Waffengutachten
Florianigasse 54/15 Wien, Wien 1080 AT
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Waffengutachten 283.20
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  • waffengutachten.at

    Psychologische Gutachten nach dem Waffengesetz

    Erstantragsteller

  • Unabhängig, objektiv und unparteilich.

    ...und schnell: In der Regel bekommen Sie das Gutachten spätestens am ersten Werktag nach Ihrer Untersuchung.

    Erstantragsteller

Waffenbesitzkarte/Waffenpass

Wenn Sie eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpass beantragen und nicht unter die Ausnahmebestimmungen (insbesondere für Inhaber einer Jagdkarte) fallen, müssen Sie der Behörde auch ein psychologisches Gutachten vorlegen.

Die Fragestellung lautet: Neigen Sie dazu, insbesondere unter psychischer Belastung mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden? (§ 3 Abs. 1 1. Waffengesetz-Durchführungsverordnung - 1. WaffV)

Der Ablauf ist in der 1. WaffV vorgegeben und zweistufig:

Stufe I.
Zunächst erfolgt die rund zweistündige Basisdiagnostik mit einigen psychologischen Tests. Das Entgelt ist in § 4 1. WaffV mit EUR 283,20 (EUR 236,00 zzgl. 20% USt) festgelegt. Ergibt diese Untersuchung, dass keine Anzeichen dafür bestehen, dass Sie dazu neigen, insbesondere unter psychischer Belastung mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden, so wird das Gutachten auf dieser Grundlage erstellt, und die Begutachtung ist erfolgreich abgeschlossen.

Gemäß § 4 1. WaffV ist das Entgelt für Stufe I im Vorhinein zu entrichten.

Stufe II.
Geht die Begutachtung auf Stufe I nicht in Ihrem Sinne aus, gibt es zunächst kein Gutachten, aber Sie können eine weitergehende Untersuchung beauftragen. Wie lange diese dauert, hängt davon ab, was auf Stufe I passiert ist. Daher müsste auch das Honorar im Einzelfall vereinbart werden.

Meistens reicht die Untersuchung auf Stufe I für die Erlangung des Gutachtens aus. Es kann aber auch auf Stufe II keine Erfolgsgarantie geben.

Eine besondere Vorbereitung auf die Begutachtung ist nicht erforderlich. Bitte bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis und gegebenfalls Ihre Seh- und Hörbehelfe mit.

Termine sind hier verfügbar.


Anordnung der Behörde

Ergeben sich Anhaltspunkte, dass der Inhaber einer waffenrechtlichen Urkunde dazu neigen könnte, insbesondere unter psychischer Belastung mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden, kann die Behörde die Vorlage eines Gutachtens wie von Erstantragstellern (siehe dort) verlangen.

Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes sind für die Anordnung der Beibringung eines Gutachtens zwecks Überprüfung der Verlässlichkeit keine allzu hohen Anforderungen zu stellen, weil vom Gesetzgeber keine „Tatsachen“, sondern eben nur „Anhaltspunkte“ gefordert sind (VwGH 2007/03/0087 u.a.). Dass man ein solches Gutachten beibringen muss, kann also relativ leicht passieren.

Für die Langform eines solchen Gutachtens im Rahmen des § 25 Abs. 2 WaffG kann im Regelfall eine Untersuchungsdauer von drei bis vier Stunden bei Kosten von EUR 498,00 ins Auge gefasst werden.

Unter Umständen kann die Behörde auch selbst ein Gutachten beauftragen. Fragestellung, Untersuchungsdauer und Umfang, somit auch die Kosten des Gutachtens hängen dann vom behördlichen Auftrag ab.

Wenn die Behörde Auftraggeber ist, wird das Gutachten direkt der Behörde übermittelt.

Eine besondere Vorbereitung auf die Begutachtung ist nicht erforderlich. Bitte bringen Sie alle Unterlagen in Zusammenhang mit der Anordnung, einen amtlichen Lichtbildausweis und gegebenfalls Ihre Seh- und Hörbehelfe mit.

Termine sind hier verfügbar.


Jugendliche

16- und 17-Jährige haben die Möglichkeit, das Recht auf Besitz von meldepflichtigen oder sonstigen Waffen zur Ausübung der Jagd oder des Schießsports zu erlangen (§ 11 Abs. 2 WaffG).

Es geht also um den Besitz von Waffen der Kategorien C und D, also solchen Waffen, die von Erwachsenen frei erworben und besessen werden dürfen. Schusswaffen der Kategorien A (verbotene Waffen und Kriegsmaterial) und B (Faustfeuerwaffen, Repetierflinten und halbautomatische Schusswaffen, die nicht zur Kategorie A gehören) können ebensowenig Gegenstand der Ausnahmegenehmigung sein wie der Erwerb von Waffen. Der Jugendliche darf die Waffen daher auch mit dieser Ausnahmegenehmigung nicht selbst erwerben, sondern er benötigt einen Berechtigten, der ihm die Schusswaffen überlässt.

Der Gesetzgeber vertritt die Meinung, dass Jugendliche naturgemäß noch nicht jenes Maß an Reife und Verantwortungsbewusstsein aufweisen, das für den Umgang mit Waffen unbedingt erforderlich ist. Daher müssen besondere Gründe dafür sprechen, einem Jugendlichen den Besitz von Waffen der Kategorien C und D zu erlauben (EBRV 457 BlgNR XX. GP, S. 44).

In der Fachliteratur werden zwei Aspekte des Genehmigungsverfahrens unterschieden:

Die Prüfung der Verlässlichkeit des Jugendlichen erfolgt nach allgemeinen Regeln, insbesondere durch eine Begutachtung gem. § 8 Abs. 7 WaffG. Die Vorgehensweise ist dann ähnlich wie bei Erwachsenen, die einen Waffenpass oder eine Waffenbesitzkarte erlangen möchten (siehe dort).

Die Prüfung der Reife des Jugendlichen ist hingegen von der Behörde persönlich vorzunehmen, und in unklaren Fällen ist ein Sachverständiger beizuziehen. In diesem Fall lautet die Fragestellung, ob der Jugendliche reif genug ist, die mit dem Gebrauch von Waffen verbundenen Gefahren einzusehen und sich dieser Einsicht gemäß zu verhalten (§ 11 Abs. 2 WaffG).

Es hängt daher von der Behörde ab, zu welchem Thema (Verlässlichkeit, Reife oder zu beidem) das Gutachten zu erstellen ist. Die Untersuchung des Jugendlichen dauert rund drei Stunden, weiters wird eine Fremdanamnese eingeholt. Der Kostenrahmen beträgt EUR 396,00 bis EUR 498,00.

Eine besondere Vorbereitung auf die Begutachtung ist nicht erforderlich. Bitte bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis und gegebenfalls Ihre Seh- und Hörbehelfe mit.

Termine sind hier verfügbar.


Dienstwaffenträger

Personen, denen aufgrund ihres Dienstverhältnisses zu einer Gebietskörperschaft eine Schusswaffe der Kategorie B als Dienstwaffe zugeteilt worden ist, fallen unter eine Sonderbestimmung. Dies betrifft insbesondere Polizei, Zoll, Justizwache und Bundesheer mit Ausnahme der Präsenzdiener.

Auf diese Personen ist das Waffengesetz hinsichtlich ihrer Dienstwaffe gem. § 47 Abs. 1 WaffG grundsätzlich nicht anzuwenden. Hinsichtlich privater Waffen gilt auch für diese Personen das WaffG uneingeschränkt.

Ähnliches gilt für Personen, denen aufgrund einer bestimmten völkerrechtlichen Vereinbarung eine waffenrechtliche Urkunde ausgestellt worden ist (insbesondere Angehörige ausländischer Sicherheitsbehörden).

Liegen jedoch Anhaltspunkte dafür vor, dass der Berechtigte nicht verlässlich sein könnte oder insbesondere unter psychischer Belastung dazu neigen könnte, mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden, so ist gem. § 47 Abs. 4 f WaffG ein Gutachten wie von privaten Erstantragstellern (siehe dort) beizubringen.

In einem vergleichbaren Zusammenhang hat der Verwaltungsgerichtshof wiederholt ausgesprochen, dass für die Anordnung der Beibringung eines Gutachtens zwecks Überprüfung der Verlässlichkeit keine allzu hohen Anforderungen zu stellen sind, wenn vom Gesetzgeber keine „Tatsachen“, sondern eben nur „Anhaltspunkte“ gefordert sind (VwGH 2007/03/0087 u.a.). Andererseits müssen diese Anhaltspunkte tatsächlich vorliegen, sodass die Erkundung noch nicht bekannter Tatsachen für die Annahme mangelnder waffenrechtlicher Verlässlichkeit bei der Handhabung des § 8 Abs. 7 WaffG im - hier relevanten - Anwendungsbereich des § 47 Abs. 4 WaffG ausscheidet (VwGH 2010/03/0058 - keine „fishing expeditions“).

Wenn ein Gutachten gem. § 8 Abs. 7 WaffG beizubringen ist, so sind Ablauf und Kosten dieselben wie bei privaten Erstantragstellern (siehe dort). Für die Langform eines solchen Gutachtens im Rahmen des § 47 Abs. 4 WaffG kann im Regelfall eine Untersuchungsdauer von drei bis vier Stunden bei Kosten von EUR 498,00 ins Auge gefasst werden.

Unter Umständen kann die Behörde aber auch selbst ein Gutachten beauftragen. Fragestellung, Untersuchungsdauer und Umfang, somit auch die Kosten des Gutachtens hängen dann vom behördlichen Auftrag ab. Nur wenn die Behörde Auftraggeber ist, wird das Gutachten direkt der Behörde übermittelt.

Wer auf privatrechtlicher Grundlage beruflich eine Waffe führen möchte, etwa im privaten Bewachungsgewerbe, benötigt wie alle anderen Privaten einen Waffenpass (siehe dort), weil es dabei nicht um eine Dienstwaffe im Rechtssinne geht.

Termine sind hier verfügbar.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung besteht aus einem Gespräch und der Bearbeitung einiger psychologischer Tests (Fragebögen).

Im Gespräch versuche ich, von Ihnen einen persönlichen Eindruck zu gewinnen. Dafür verwende ich zwar auch einen Gesprächsleitfaden von meinem Berufsverband, insgesamt handelt es sich aber eher um ein freies Gespräch mit Befunderhebung.

Die Fragebögen für die Stufe I-Untersuchung (Waffenbesitzkarte und Waffenpass) sind in der 1. Waffengesetz-Durchführungsverordnung aufgezählt. Je nach Situation kommen entweder wenige lange oder viele kurze Fragebögen zum Einsatz.

In jedem Fall handelt es sich um Routineverfahren der Klinischen Psychologie. Ihre Antworten werden zu einer großen Vergleichsstichprobe in Bezug gesetzt. Daraus ergibt sich ein Persönlichkeitsprofil.

Die Ergebnisse von Gespräch und Testdiagnostik gemeinsam ermöglichen die Beantwortung der Fragestellung.

Wie lange dauert die Untersuchung?

Für Erstantragsteller einer Waffenbesitzkarte oder eines Waffenpasses dauert die Untersuchung in der Regel zwei Stunden. Dies hängt auch davon ab, wie schnell Sie die Fragebögen ausfüllen. Länger als drei Stunden hat bisher fast keine dieser Untersuchungen gedauert.

Alle anderen Untersuchungen können länger dauern.

Gibt es eine Altersgrenze?

Es gibt nur ein rechtliches Mindestalter, zum Beispiel 21 Jahre für den Erwerb der Waffenbesitzkarte, aber kein Höchstalter.

Auch die Queen of England bekommt ihr Gutachten, wenn die Untersuchung in ihrem Sinne ausgeht. (Parkmöglichkeiten für die Kutsche können organisiert werden.)

Muss ich österreichischer Staatsbürger sein?

Für die Begutachtung nicht. Hier sind lediglich ausreichende Kenntnisse der Staatssprache (Art. 8 Abs. 1 B-VG) erforderlich.

Wie Ihre Aussichten auf eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpass sind, sollten Sie aber im eigenen Interesse vorab klären. Informieren Sie sich zum Beispiel auf der offiziellen Seite help.gv.at und sprechen Sie bei der für Sie zuständigen Waffenbehörde vor.

Ich biete keine Rechtsberatung an.

Wie soll man sich vorbereiten?

Eine besondere Vorbereitung ist in keinem Fall erforderlich. Seien Sie einfach Sie selbst.

Ist es sinnvoll, sich mit einer Schusswaffe zu verteidigen?

Aus Haftungsgründen kann ich Ihnen weder zu- noch abraten. Es liegt auf der Hand, dass es auf die Situation ankommt.

Für die psychologische Untersuchung wäre es zweckmäßig, wenn Sie in eigenen Worten Ihre Überlegungen beschreiben könnten, falls die Selbstverteidigung für Sie ein Thema ist.

Was muss ich zusätzlich zum Gutachten tun, um eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpass zu bekommen?

Das hängt von Ihren persönlichen Umständen ab. Bitte informieren Sie sich daher zum Beispiel auf der offiziellen Seite help.gv.at.

Ich biete keine Rechtsberatung an.

Anmeldung/Impressum

MMag. Andreas Pfaller, LL.M.
Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe
Florianigasse 54/15
1080 Wien

Tel. 01/8762775

E-Mail: pfaller@waffengutachten.at

Freiwilliges Mitglied im Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen.

Die Tätigkeit unterliegt dem Psychologengesetz 2013.

Terminvereinbarung unter 01/8762775 und pfaller@waffengutachten.at